Gottesfurcht

Ist der Angang der Erkenntnis


Levi
- letzte Mahnungen - 

Mahnung zur Gottesfurcht und im Gesetz zu wanden

Nun, meine Kinder! Ich befehle euch, von ganzem Herzen den Allerhöchsten unsern Gott zu fürchten. So wandelt in der Einfalt ganz nach dem Gesetze sein! Doch lehrt auch eure Kinder Wissen, dass sie Verstand in ihrem ganzen Leben haben und unablässig im Gesetze Gottes lesen! Denn jeder Kenner des Gesetzes Gottes wird geehrt und ist nicht fremd, wohin er geht, gewinnt viel Freunde, über seine Eltern noch hinaus, und viele Menschen wünschen, ihm zu dienen und das Gesetz aus seinem Mund zu hören. Und übt Gerechtigkeit auf Erden, meine Kinder, dass in dem Himmel euch vergolten werde! Und sät das Gute auch in eure Seele, dass ihr’s in eurem Leben findet! Denn wenn ihr Schlechtes säet, dann erntet ihr nur Kümmernis und Trübsal. Erringet Weisheit eifrig in der Furcht vor Gott! Man kann gefangen werden und Städte können untergehen, und Länder, Gold und Silber, jede Habe kann verloren werden. Die Weisheit aber kann man keinem Weisen nehmen, es sei denn durch des Frevelsinnes Blindheit und durch Verhärtung in der Sünde. Die Weisheit dient zum Ruhm ihm selbst bei Feinden; auf fremdem Boden ist sie ihm ein Vaterland und bei den Feinden findet er noch einen Freund. Wer solches lehrt und tut, sitzt auf dem Thron mit Königen, wie Joseph, unser Bruder. Ich las in einer Schrift des Henoch, meine Kinder, dass ihr zuletzt euch an dem Allerhöchsten versündiget, weil ihr nach jeder Schlechtigkeit begehrt, und bei den Heiden allen werdet ihr zum Spott. Doch unser Vater Israel bleibt rein vom Frevelsinn der Hohenpriester, Der Himmel ist ja reiner in des Allerhöchsten Augen als die Erde; so seid auch ihr, die Leuchten Israels, viel reiner als die Heiden all. Doch seid ihr selbst in Finsternis durch eure Sünden, was sollen dann die blinden Heiden tun? Ihr bringt den Fluch aus euer Volk; denn des Gesetzes Licht soll jeglichen erleuchten, und dieses wollet ihr beseitigen, da ihr Gebote gebt, den göttlichen Geboten ganz zuwider. Ihr raubet ja des Allerhöchsten Opfer und stehlet seine besten Teile, verzehret sie, mißachtend, mit den Dirnen. Ihr lehrt des Allerhöchsten Gebote aus Gewinnsucht und schändet Eheweiber. Jerusalems Jungfrauen beflecket ihr, verbindet euch mit Dirnen und mit Ehebrecherinnen, vermählet euch mit Heidentöchtern, und wollt sie reinigen durch unerlaubte Reinigung. So gleicht denn eure Verbindung der von Sodom und Gomorrha. Des Priestertumes wegen blähet ihr euch auf und wollet mehr sein als die anderen. Doch nicht bloß das! Ihr überhebt euch über göttliche Gebote. Denn ihr verspottet Heiliges mit Späßen und mit Scherzen. Deshalb wird öd und unrein der vom Allerhöchsten erwählte Tempel; ihr kommet als Gefangene zu allen Heiden. Ihr seid für sie ein Gräuel. Und ihr empfanget Schmach und ewige Schande von dem gerechten göttlichen Gericht. Wer euch erblickt, der freut sich über euren Untergang. Und wär’s nicht wegen unserer Väter Abraham, Isaak, Jakob, so blieb von meinem Stamm kein einziger auf Erden übrig. Ich las auch aus dem Henochbuch, ihr würdet siebzig Wochen irregehen. Dann schändet ihr das Priestertum, befleckt die Opfer, verleugnet das Gesetz, mißachtet die Prophetenworte, verfolget brave Männer und hasset Fromme, verabscheuet der Gläubigen Worte. Ein Mann, der das Gesetz erneuert in des Höchsten Kraft, der heißt bei ihnen ein Verführer und wird zuletzt in Haß getötet. Sie kennen nimmer seine Würde; so lassen sie unschuldig Blut auf eure Häupter kommen. Und euer Heiligtum wird seinetwegen öde, bis auf den Grund entweiht. Dann habt ihr keine reine Stätte mehr. Doch bei den Heiden werdet ihr dem Fluch verfallen und der Zerstreuung, bis dass er abermals euch heimsucht und euch in Gnade aufnimmt.


Quelle : Altjüdische Schriften außerhalb der Bibel, Paul Rießler (1928), Zusammenstellung aus dem Buch "Testament der zwölf Patriarchen" - gemeinfreier Text - : Zur Mehrung des (Gesamt-) Verständnisses wird empfohlen das ganze Buch zu lesen und den Worten der Propheten Gottes zu glauben sowie den Gott Israels um Leitung und Erkenntnis zu bitten und anzurufen.

 Mögliche Bezugsquellen : Freier Download im Internet, Bibliotheken (z.B. Staats-, Stadt- oder Universitätsbibliotheken).

Site was built with Mobirise website template