Gottesfurcht

Ist der Angang der Erkenntnis


Jeder Mensch, der ihn beobachtet und an ihm von all seiner Arbeit Sabbatruhe hält, wird gleich uns in allen Tagen heilig und gesegnet sein. 


2. Kapitel: Weltschöpfung und Sabbat

Dann sprach der Angesichtsengel zu Moses nach dem Wort des Gottes: „Schreib die ganze Schöpfungsgeschichte auf, wie Gott, der Herr, am sechsten Tag alle seine Werke und seine Schöpfungen vollendete und wie er am siebten Tage Sabbat hielt und ihn für alle Ewigkeit heiligte und ihn zu einem Zeichen für alle seine Werke machte!“  

Am ersten Tag schuf er die Himmel droben, die Erde und die Gewässer, ebenso alle Geister, die vor ihm dienen. Die Engel des Angesichts und die Engel der Heiligung, ferner die Engel (des Feuergeistes und die Engel) des Windgeistes, die Engel des Wolkengeistes, des Geistes der Finsternis, des Schnees und des Reifes, die Engel der Stimmen, des Donners und des Blitzes, die Engel der Geister der Kälte und der Hitze, des Winters, des Frühlings, der Ernte und des Sommers und aller Geister seiner Werke in den Himmeln und auf Erden, in den Abgründen und in der Finsternis, des Abends, des Lichts, der Morgenröte und des Morgens, alles dessen, was er mit seines Herzens Wissen bereitet hat. Damals sahen wir seine Werke, priesen ihn und lobsangen vor ihm ob all seiner Taten; denn sieben große Werke schuf Er am ersten Tag.  

Am zweiten Tag schuf Er das Firmament zwischen den Gewässern, und die Gewässer teilten sich an diesem Tag; ihre eine Hälfte stieg nach oben und ihre andere stieg unter das Firmament hinab, das in der Mitte über der Oberfläche der ganzen Erde war. Dies war das einzige Werk, das Er am zweiten Tage schuf.  

Am dritten Tag befahl Er, die Gewässer sollen von der Oberfläche der ganzen Erde an Einen Ort fließen und das trockene Land erscheinen. Und die Gewässer taten so, wie Er sie hieß, und sie wichen von der Oberfläche der ganzen Erde an Einen Ort außerhalb dieses Firmaments; so erschien das trockene Land. An diesem Tag schuf Er für sie all die Meere je nach ihren Sammelorten, ferner alle Flüsse und die Wassersammlungen auf den Bergen, ebenso alle Teiche und allen Tau der Erde, ferner den Samen, der gesät wird, alle Gewächse, die Fruchtbäume, die Waldbäume und den Garten Eden in Eden und alle Pflanzen nach ihrer Art. Diese vier großen Werke schuf Gott am dritten Tag.  

Am vierten Tag schuf Er die Sonne, den Mond und die Sterne und setzte sie an das Himmelsfirmament, daß sie über die ganze Erde leuchteten, über Tag und Nacht herrschten und zwischen Licht und Finsternis schieden. Und Gott machte die Sonne zu einem großen Zeichen auf Erden für Tage, Sabbate, Monate, Feste, Jahre, Jahrwochen, Jubiläen, überhaupt für alle Jahreszeiten. Sie schied nun so zwischen Licht und Finsternis, daß alles, was auf Erden sproßt und wächst, gedeiht. Diese drei Arten machte Er am vierten Tag.  

Am fünften Tag schuf Er die großen Seeungeheuer in der Gewässer Tiefen; diese wurden als die ersten Fleischwesen durch seine Hände erschaffen, die Fische und alles andere, was sich in den Gewässern bewegt, ebenso alles, was fliegt, die Vögel und all ihre Arten. Und die Sonne ging über sie zum Gedeihen auf, überhaupt über alles, was auf Erden ist und aus der Erde sproßt, über alle Fruchtbäume und alles Fleisch. Diese drei Arten schuf Er am fünften Tag.  

Am sechsten Tag schuf Er alle Tiere des Festlandes, alles Vieh und was immer sich auf Erden bewegt. Nach all dem schuf Er den Menschen. Er schuf sie als Mann und Weib und gab ihnen die Herrschaft über alles auf Erden und in den Meeren, über alles, was fliegt, über die wilden Tiere, das Vieh, ja über alles, was sich auf Erden bewegt, und über die ganze Erde. Diese vier Werke schuf Er am sechsten Tag. Es waren im ganzen zweiundzwanzig Arten, Er beendete alle seine Werke am sechsten Tag, alles, was in den Himmeln, auf Erden, in den Meeren, den Abgründen, im Licht und in der Finsternis, ja überall ist.  

Und Er gab uns als großes Zeichen den Sabbattag, auf daß wir sechs Tage arbeiteten, aber am siebten Tag von aller Arbeit Sabbatruhe hielten. Uns alle, die Engel des Angesichts und der Heiligung, die beiden großen Klassen, hieß Er mit ihm im Himmel und auf Erden Sabbat halten.  

Er sprach zu uns: Ich will mir ein Volk aus allen Völkern aussondern;  

sie werden den Sabbat halten, und ich werde sie mir zu meinem Volke weihen und sie segnen. Wie ich den Sabbat geheiligt habe und ihn mir heilige, so werde ich sie segnen; sie werden mir mein Volk sein und ich ihnen Gott. Ich erwählte Jakobs Stamm aus all dem, was ich sah, und schrieb ihn mir als erstgeborenen Sohn auf und weihte ihn mir für alle Ewigkeit; ich lehre sie den Sabbat, damit sie an ihm Sabbatruhe von aller Arbeit halten. Und Er machte an ihm ein Zeichen, demgemäß sie mit uns am siebten Tag Sabbat halten sollten, indem sie essen und trinken und den Allschöpfer segnen, wie er ein besonderes Volk aus allen den Völkern segnete und sich weihte; sie sollten also mit uns zusammen Sabbat halten. Und Er ließ seine Gebote als einen süßen Duft aufsteigen, der alle Tage vor Ihm angenehm wäre. Zweiundzwanzig Häupter der Menschheit gibt es von Adam bis auf Jakob, und zweiundzwanzig Arten von Werken wurden bis zum siebten Tag gemacht; dieser ist gesegnet und heilig; auch jener ist gesegnet und heilig und dieser dient mit jenem zum Weihen und Segnen. Es ward jenem gegeben, daß sie immerfort Gesegnete und Heilige des ersten Gesetzes und Zeugnisses seien, wie der siebte Tag gesegnet und geheiligt war.  

Er schuf Himmel und Erde und alle anderen Geschöpfe in sechs Tagen, und Gott machte den siebten Tag für all seine Werke heilig. Deshalb gebot er seinetwegen, daß jeder, der an ihm eine Arbeit täte, sterben sollte, ebenso wer ihn verunreinigte. Darum gebiete du den Israeliten, sie sollen diesen Tag beobachten, daß sie ihn heilig halten, an ihm keine Arbeit verrichten noch ihn verunreinigen: denn er ist heiliger als alle andern Tage! Jeder, der ihn entweiht, soll des Todes sterben. Ebenso soll jeder, der an ihm eine Arbeit verrichtet, in Ewigkeit des Todes sterben, damit die Israeliten diesen Tag in ihren Geschlechtern beobachten und nicht aus dem Land ausgerottet werden; denn es ist ein heiliger und gesegneter Tag.  

Jeder Mensch, der ihn beobachtet und an ihm von all seiner Arbeit Sabbatruhe hält, wird gleich uns in allen Tagen heilig und gesegnet sein.  

Vermeld den Israeliten das Gesetz dieses Tages, sie sollen an ihm Sabbat halten und ihn nie in Herzensverirrung aufgeben; denn er ist nicht dazu da, daß an ihm ungeziemende Arbeit verrichtet werde, indem man an ihm den eigenen Willen tut. Sie sollen an ihm nichts zubereiten, was gegessen und getrunken wird, noch Wasser schöpfen, noch irgend etwas Tragbares an ihm zu ihren Türen herein- oder hinaustragen, wenn sie es nicht für sich an den sechs Tagen in ihren Wohnungen zubereitet haben! Sie sollen an diesem Tag von Haus zu Haus nichts herein- noch hinausbringen denn er ist heiliger und gesegneter als alle Jubeltage der Jubeljahre. An ihm hielten wir im Himmel Sabbat, bevor es dem Fleisch bekannt gemacht war, an ihm auf Erden Sabbat zu halten. Und der Allmächtige segnete ihn; er weihte aber kein Volk und keine Nation zur Sabbatfeier, außer Israel allein: ihm allein gestattete er, zu essen und zu trinken und auf Erden Sabbat zu halten. Und der Allschöpfer segnete diesen Tag, den er schuf, zum Segnen, Weihen und zur Herrlichkeit vor allen andern Tagen. Dieses Zeugnis und Gesetz ward den Israeliten als ein ewiges Gesetz für ihre Nachkommen gegeben.  

3. Kapitel: Paradies und Sündenfall 

In den sechs Tagen der zweiten Woche brachten wir nach Gottes Wort zu Adam alle wilden Tiere, alles Vieh, alle Vögel und alles, was sich auf Erden und im Wasser bewegt, je nach ihrer Art und Ähnlichkeit, und zwar die wilden Tiere am ersten Tag, das Vieh am zweiten, die Vögel am dritten, alles sich auf Erden Bewegende am vierten und alles sich im Wasser Bewegende am fünften Tag. Und Adam benannte sie alle je mit ihren Namen und wie er sie benannte, so ward ihr Name. In diesen fünf Tagen sah Adam diese alle, Männchen und Weibchen, nach jeder Art auf Erden; er aber war allein und fand für sich keine Gehilfin. Da sprach der Allschöpfer zu uns: Es ist nicht gut, daß der Mann allein sei. Lasset uns ihm eine Gehilfin machen! Da ließ der Allschöpfer, unser Gott, einen tiefen Schlaf auf ihn fallen und er schlief. Da nahm Er für das Weib eine Rippe mitten aus seinen Rippen, und diese Rippe war der Ursprung des Weibes mitten aus seinen Rippen, und Er baute Fleisch statt ihrer hinein. So baute Er das Weib. Dann weckte Er den Adam aus dem Schlafe. Als er aufgewacht war, stand er am sechsten Tage auf. Da brachte Er sie zu ihm, und er erkannte sie und sprach zu ihr: „Dies ist jetzt Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; sie wird mein Weib heißen; denn sie ist von ihrem Mann genommen.“ Deshalb sollen Mann und Weib eins sein, und deshalb soll der Mann Vater und Mutter verlassen und mit seinem Weib vereint werden, und sie werden Ein Fleisch sein. In der ersten Woche ward Adam geschaffen, ebenso die Rippe, sein Weib. In der zweiten Woche zeigte er sie ihm. Und deshalb ward das Gebot gegeben, in ihrer Unreinheit für das Knäblein sieben Tage und für das Mädchen zweimal sieben Tage zu verbleiben. Nachdem Adam vierzig Tage in dem Land, wo er erschaffen ward, zugebracht hatte, brachten wir ihn in den Garten Eden, damit er ihn hüte und pflege; aber sein Weib brachten sie am achzigsten Tag, und hernach kam sie in den Garten Eden. Deshalb ist auf die himmlischen Tafeln das Gebot für die Gebärenden geschrieben: Wenn sie ein Knäblein gebiert, dann soll sie sieben Tage in ihrer Unreinheit bleiben, entsprechend den ersten sieben Tagen, und dreiunddreißig Tage soll sie im Blut ihrer Reinigung bleiben; sie darf nichts Heiliges anrühren, noch das Heiligtum betreten, bis sie diese Tage, die bei einem Knäblein geboten sind, hinter sich hat. Bei einem Mädchen soll sie zwei Wochen, entsprechend den ersten zwei Wochen, in ihrer Unreinheit und sechsundsechzig Tage im Blut ihrer Reinigung verbleiben; im Ganzen sollen es achtzig Tage sein. Nach Ablauf der achtzig Tage brachten wir sie in den Garten Eden; denn er ist heiliger als die ganze Erde, und jeder darin gepflanzte Baum ist heilig. Deshalb sind für die Mutter eines Knäbleins und eines Mädchens die Satzungen für diese Tage angeordnet: Sie darf nichts Heiliges berühren noch das Heiligtum betreten, bis jene Tage für einen Knaben und ein Mädchen zu Ende sind. Sie sollen dies für Israel geschriebene Gesetz und Zeugnis alle Tage beobachten. In der ersten Jahrwoche des ersten Jubiläum waren Adam und sein Weib sieben Jahre im Garten Eden, ihn pflegend und ihn hütend. Wir gaben ihm Arbeit und lehrten ihn die richtige Pflege. Und er pflegte den Garten; dabei war er nackt, ohne es zu wissen und sich zu schämen; er hütete den Garten vor Vögeln, wilden Tieren und vor dem Vieh. Er sammelte seine Früchte und aß; den Rest davon legte er für sich und sein Weib beiseite und legte so einen Vorrat an. Nach Ablauf von sieben Jahren dort, von genau sieben Jahren, am siebzehnten Tag des zweiten Monats, kam die Schlange und näherte sich dem Weib. Da sprach die Schlange zum Weib: Hat Gott euch ein Verbot gegeben? Ihr dürfet von keinem Baum im Garten essen? Sie sprach zu ihr: Gott sagte: Esset von allen Früchten der Bäume im Garten! Dann sagte aber Gott: Esset nicht von den Früchten des Baumes mitten im Garten und rührt ihn nicht an, sonst müßt ihr sterben! Da sprach die Schlange zum Weib: Ihr werdet keineswegs sterben; vielmehr weiß Gott, daß an dem Tag, wo ihr davon esset, euch die Augen geöffnet werden und ihr wie die Götter seid und Gutes und Böses erkennen werdet. Da sah das Weib, daß der Baum lieblich sei und dem Auge gefalle und daß seine Frucht gut zum Essen sei; so nahm sie davon und aß. Da bedeckte sie zuerst ihre Scham mit Feigenblättern; dann gab sie dem Adam und er aß. Da wurden ihm die Augen geöffnet, und er sah, daß er nackt war. Da nahm er Feigenblätter, flocht sie zusammen, machte sich einen Schurz und bedeckte so seine Scham. Gott verfluchte nun die Schlange und grollte ihr für immer. Er zürnte aber auch dem Weib, weil es auf der Schlange Stimme gehört und gegessen hatte; er sprach zu ihm: Ich vermehre deine Betrübnis und Qual; in Betrübnis sollst du Kinder gebären, und doch mußt du zum Mann immer wieder zurückkehren, und er wird dich beherrschen. Auch zu Adam sprach Er: Weil du auf deines Weibes Stimme hörtest und von jenem dir für den Genuß verbotenen Baum aßest, so sei die Erde deinetwegen verflucht! Dornen und Disteln sollen dir sprossen, und du sollst dein Brot im Schweiße deines Angesichts essen, bis du zur Erde zurückkehrst, wovon du genommen bist! Denn du bist Erde und kehrst wieder zur Erde zurück. Dann machte er ihnen Fellkleider, bekleidete sie damit und schickte sie aus dem Garten Eden. Am Tag, wo Adam aus dem Garten ging, opferte er ein Rauchwerk von lieblichem Wohlgeruch, Weihrauch, Galbanum, Styrax und Narden am Morgen bei Sonnenaufgang, von dem Tag an, wo er seine Scham bedeckte. An diesem Tag verstummten alle wilden Tiere, das Vieh, die Vögel und alles, was geht und sich bewegt; denn sie hatten miteinander alle mit Einer Lippe und Einer Sprache gesprochen. So schickte Er aus Edens Garten alles Fleisch, das im Garten Eden war. Da zerstreute sich alles Fleisch nach seinen Arten und Naturen an die dafür geschaffenen Plätze. Er veranlaßte den Adam allein von allen wilden Tieren und allem Vieh, seine Scham zu bedecken. Deshalb ist in den himmlischen Tafeln für alle, die des Gesetzes Urteil kennen, vorgeschrieben, sie sollen ihre Scham bedecken und sich nicht wie die Heiden entblößen. Am Neumond des vierten Monats verließen Adam und sein Weib den Garten Eden und wohnten im Lande Elda, dem Land ihrer Erschaffung. Und Adam hieß sein Weib Eva. Sie blieben kinderlos bis zum Ende des ersten Jubiläum; darnach erkannte er sie. Er bearbeitete jetzt das Land, wie er es im Garten Eden gelernt hatte[.]


Quelle : Altjüdische Schriften außerhalb der Bibel, Paul Rießler (1928), aus dem Buch "Jubiläen" - gemeinfreier Text - : Zur Mehrung des (Gesamt-) Verständnisses wird empfohlen das ganze Buch zu lesen und den Worten der Propheten Gottes zu glauben sowie den Gott Israels um Leitung und Erkenntnis zu bitten und anzurufen.

Mögliche Bezugsquellen : Freier Download im Internet, Bibliotheken (z.B. Staats-, Stadt- oder Universitätsbibliotheken).

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